Hugo Erfurth | Joachim Ringelnatz, aus dem Album "Ausstellung Hugo Erfurth - Bildnisse aus dem XX. Jahrhundert, Konstanz 1949"

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Joachim Ringelnatz, aus dem Album "Ausstellung Hugo Erfurth - Bildnisse aus dem XX. Jahrhundert, Konstanz 1949"

Objektbezeichnung:
Inventarnummer:
P1991.5021

Herstellung:
Hugo Erfurth (1874–1948, Fotograf/in) GND
um 1930, Köln

Maße:
Bildmaß: Höhe: 23 cm; Breite: 13,2 cm
Passepartout (außen): Höhe: 44 cm; Breite: 32,5 cm
Signatur/Marke:
Etikett: Passepartout recto u. in der Mitte: in Maschinenschrift auf Japanpapier: "H u g o E r f u r t h / 'Joachim Ringelnatz'"
Etikett: Passepartout verso u. in der Mitte: in Maschinenschrift: "Gezeigt in: 'Literaturtrubel um 1900' (MKG 18.1.-25.2.79) unter dem Titel: / 'So sahen sie aus...'"


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zählt Hugo Erfurth neben Rudolph Dührkoop und Nicola Perscheid zu den bekanntesten Berufsfotografen in Deutschland. Nach Abschluss einer Fotografenlehre eröffnet er mit nur 22 Jahren ein eigenes Atelier in Dresden. Bald orientiert sich Erfurth zu der aufstrebenden piktorialistischen Fotografie, nimmt ab 1894 an zahlreichen amateurfotografischen Ausstellungen teil und schafft es, sich sowohl einen Namen als künstlerisch nobilitierter Amateur- als auch als erfolgreicher Berufsfotograf zu machen. In seiner Arbeit stehen Porträts an zentraler Stelle, die er ab 1906 im neuen Atelier, einem klassizistischen Palais, in stilvoll elegantem Ambiente aufnimmt, womit er das wohlhabende Bürgertum anspricht. Zudem fertigt er zahlreiche Bildnisse berühmter Persönlichkeiten, unter anderem porträtiert er Käthe Kollwitz, Otto Dix und Joachim Ringelnatz. Während seine Studien um 1905 noch stimmungsvoll dargestellte Ganzfiguren zeigen, liegt der Fokus ab den 1920er Jahren auf dem Gesicht, das vor schlichtem monochromen Hintergrund aufgenommen wird. Seine Bildauffassung entspricht hier dem Porträt der klassischen Moderne, wobei die Technik des Öldrucks die Weichheit und Materialität der Pigmente betont und die Bildnisse gleichzeitig in die kunstfotografische Tradition setzt. Erfurth ist Mitbegründer der Gesellschaft Deutscher Lichtbildner (1919), lehrt zwischenzeitlich an der Leipziger Akademie und zieht in den 1930er Jahren von Dresden nach Köln, wo er eine Kunstsammlung aufbaut. Nachdem im Zweiten Weltkrieg sein Kölner Atelier mitsamt Archiv zerstört wird, rettet sich Erfurth nach Gaienhofen am Bodensee. (Cathrin Hauswald)

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